Call to action

Herzinsuffizienz (HI) ist ein vergessenes Leiden und nur wenige Länder schließen es in ihre kardiovaskulären Gesundheitsstrategien ein. Mehr noch wird es oftmals als eine verlorene Sache angesehen, obgleich eine entsprechende Diagnose und Betreuung in Wirklichkeit einen großen Unterschied ausmachen können, um den Zustand von Patienten zu verbessern, unnötiges Leiden zu verhindern und die Kosten für die Gesellschaft zu senken.

Aufgrund der schnell steigenden Anzahl an Menschen, die unter HI leiden, sind vorausschauende Strategien dringend notwendig, um die Belastung, die HI für die Gesellschaft darstellt, zu mindern, und sicherzustellen, dass jedem unter HI leidendenMenschen die bestmögliche Diagnose und Betreuung zukommen.

Wir fordern von den Regierungen Europas, sich dazu zu verpflichten, das Leben vonMenschen mit HI zu verbessern, indem sie sich auf folgende vorrangige Aktionen konzentrieren:

HI zu einer nationalen Priorität machen

1

Nationale HI-Strategien mit messbaren Zielen

Jedes Land sollte im Rahmen ihrer Strategien zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen und chronischen Krankheiten HI als schweres Leiden betrachten.

2

Öffentliche Aufklärungskampagnen

Gesundheitsministerien sollten mit öffentlichen Gesundheitsbehörden, Fachgesellschaften und Patientenorganisationen zusammenarbeiten, um Menschen zu helfen, Zeichen von HI zu erkennen und diese zu ermutigen, entsprechende Betreuung zu suchen.

3

Datengesteuerte Ressourcenplanung

Gesundheitsministerien sollten in eine zuverlässige Datenerfassung investieren, um Verbesserungen zu erreichen, die den größten Unterschied in Bezug auf die Ergebnisse von Patienten ausmachen, und um verfügbare Ressourcen bestmöglich zu nutzen.

Rechtzeitige Diagnose und Prävention von Risiken

4

Professionelle Ausbildung

Alle Gesundheitsdienstleister, die mit Menschen mit hohem HI-Risiko in Kontakt stehen, sollten eine spezifische Ausbildung zu HI-Diagnose und -Behandlung erhalten.

5

Verfügbarkeit und Erstattung von Diagnosen

Das nationale Gesundheitswesen sollte eine angemessene Rückerstattung für sich auf Richtlinien stützende empfohlene Diagnosen vorsehen und sicherstellen, dass diese in Krankenhäusern und Gemeindeeinrichtungen durchgeführt werden können.

Fachübergreifende, personenbezogene Pflege bieten

6

Ein standardisierter HI-Verlauf, der klinische Richtlinien widerspiegelt

Allen Patienten mit HI, ganz gleich wo diese behandelt werden, sollte eine qualitativ hochwertige Pflege nach ESC-Richtlinien (oder nationalen äquivalenten) zugänglich gemacht werden, die von fachmännisch geleiteten fachübergreifenden Teams angeboten werden.

7

Ein fest zugeordneter Kontakt für weiterführende Versorgung

Patienten, die aufgrund von HI hospitalisiert werden, sollten das Krankenhaus mit folgenden Elementen verlassen:

  • einem klaren Entlassungsplan der die individuellen Bedürfnisse und Umstände des Patienten widerspiegelt
  • einem fest zugeordneten Kontakt für weiterführende Versorgung
  • einem Termin mit einem HI-Facharzt innerhalb von 2 Wochen nach der Entlassung.
8

Personenbezogene Versorgungspläne zur Verbesserung der Lebensqualität

Alle Patienten mit HI sollten einen personalisierten langzeitlich ausgerichteten Versorgungsplan erhalten, um ihnen zu helfen, eigenständig mit ihrem Zustand zurechtzukommen.

In Mittel und Ressourcen der medizinischen Grundversorgung investieren

9

Personalplanung für die Grundversorgung

Regierungen sollten die bestehenden professionellen Kapazitäten in Bezug auf die medizinische Grundversorgung einschätzen um sicherzustellen, dass bestimmte Fachleute verfügbar sind, um unter HI leidenden Personen eine umfassende Betreuung zukommen zu lassen.

Alle Krankenpfleger sollten eine HI-spezifische Ausbildung erhalten und, sofern angemessen, sollte der auf HI spezialisierte Krankenpfleger offiziell als Berufszweig angesehen werden.

10

Investitionen in innovative Mittel zur Förderung von Selbstpflege

Regierungen sollten in die Implementierung von Mittel investieren, die die Selbstpflege des Patienten ermöglichen und vermeidbare Aufnahmen in Krankenhäuser reduzieren (z. B. Patientenkontrollgeräte).

Unterzeichnet von den Mitgliedern des Netzes "Heart Failure Policy":

Dr Mark Dancy

Cardiologist,
UK

Penilla Gunther

MP,
Sweden

Dr Jose Ramón Juanatey

Cardiologist,
Spain

Marie-Claire Lambert

Honorary MP,
Belgium

Kristiina Salonen

MP,
Finland

Sirpa Pietikainen

MEP,
Finland

Dr Pierre Troisfontaines

Cardiologist,
Belgium

Dr Cristian Silviu Busoi

MEP,
Romania

Aldo Patriciello

MEP,
Italy

Marc Tarabella

MEP,
Belgium

Dr Ian Duncan

MEP,
Scotland

Dr Stanimir Hasardjiev

National Patient Organisation
EU

Neil Johnson

National Institute for Preventive Cardiology
Ireland

Dr Hora Cristian

MP,
Romania

Prof. Martin Cowie

Imperial College London
UK

Nick Hartshorne-Evans

Pumping Marvellous iHHUB
UK

Dr Ursula Marschall

Barmer GEK
Germany

Pascal Garel

HOPE
EU

Prof. Felix Gutzwiller

MP,
Switzerland

Annie Schreijer-Pierik

MEP,
Netherlands

Dennis Robertson

MSP,
Scotland

Dr Alan Haycox

Liverpool University and Liverpool Health Economics
UK

Deputy Sean Kyne

TD,
Ireland

Hope - European Hospital and Healthcare Federation

European Specialist Nurses Organisations

Belgian Working Group in Heart Failure

iHHub - The Global Voice for Heart Failure Patients

Mon Coeur Entre Parentheses

National Institute for Preventative Cardiology

Association pour les Patients Insuffisants Cardiaques

Croi - Fighting Heart Disease & Stroke

Pumping Marvellous - The heart failure charity